Ausbildungskonzept

Grundkonzept für die gemeindenahe Pastorenausbildung

Ein Vorwort für Abiturienten, die überlegen Theologie zu studieren: Das nachfolgende Konzept hört sich staubtrocken an. Überhaupt nicht trocken sind aber unsere Praepare-Treffen. Wenn du also ernsthaftes Interesse an einem von Praepare begleiteten Studium hast, komm mal zu einem unserer Halbjahrestreffen.

Auf dieser Seite:

Ziel der Ausbildung

Geistliche Gemeindeleiter auszubilden, die den Herausforderungen der Gemeindeleitung im 21. Jahrhundert gewachsen sind und die geistliche Erneuerung unseres Landes ermöglichen. Dies geschieht, indem jungen Menschen geholfen wird,

  • in ihrer Beziehung zu Jesus Christus zu wachsen und eine Praxis Pietatis einzuüben, die für ihr Leben und ihren hauptamtlichen Dienst hilfreich ist.
  • ihre Persönlichkeit zu entwickeln und sich Führungsqualitäten anzueignen.
  • sich Wissen auf hohem fachlichen und didaktischen Niveau anzueignen.
  • sich in unterschiedlichen Bereichen auszuprobieren und praktische Kenntnisse zu erwerben.

Am Ende des durch Praepare begleiteten Studiums steht das erste kirchliche Examen und der Erwerb des Zertifikates der Akademie für Christliche Führungskräfte (ACF) in christlicher Leiterschaft, wenn möglich auch der Erwerb eines „Masters of Theology in Christian Leadership“

Das Besondere am Konzept von Praepare

Neben dem – mit hoher Priorität versehenen – Studium an der staatlichen theologischen Fakultät gibt es, je nach persönlicher Leistungsfähigkeit und Interessenlage, drei weitere Lernfelder:

  1. Die Wissensaneignung durch vom Verein angebotene Tutorien bzw. durch Lehrveranstaltungen anderer Organisationen sowie die Teilnahme an besonderen Veranstaltungen (Willow-Creek-Kongresse, AMD-Treffen etc).
  2. Die begleitete und zielgerichtete Mitarbeit in einer missionarischen und im kirchlichen Vergleich erfolgreichen Gemeinde.
  3. Der Erwerb des o.a. Zertifikates „Führen mit Werten“ der Akademie für christliche Führungskräfte

Verpflichtend ist für die von Praepare betreuten Studenten nur die Teilnahme an dem eintägigen Semestertreffen mit Studienteil. Der Verein behält sich aber vor, das Studium an bestimmten Orten (z.B. Greifswald für praktische Theologie) zu empfehlen.

Praepare e.V. behält sich jederzeit das Recht vor, Studenten nicht in den Kreis der Geförderten aufzunehmen bzw. schon Aufgenommene wieder davon auszuschließen. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht und entsteht zu keiner Zeit.

Der Student und Christus

Das Leben mit Christus gewinnt seine Dynamik, wenn Menschen beginnen, ihm das Haus ihres Lebens zu öffnen und Christus eintritt. Dann beginnt ein kreatives Gespräch unter Freunden (Joh 15,15). Wer mit Jesus Christus lebt, nimmt sich täglich Zeit für dies offene Gespräch: Christen loben Jesu Christi Liebe, lesen hörend sein Wort, achten auf Impulse seines Geistes, sprechen erwartungsvoll mit ihm über alles, was sie bewegt und belastet, bekennen ihm ihre Schuld und danken für befreiende Erfahrungen. Christen rechnen damit, dass Jesus Christus sie den Tag hindurch begleitet. Sein Geist verleiht ihnen Kraft und lässt sie achtsam und verantwortungsbewußt den Tag gestalten. Christen wissen, dass sie aus der Vergebung leben, dass Jesus Christus sie in die Gemeinschaft der Brüder und Schwestern eingliedert und für den Dienst in Kirche und Gesellschaft begabt. Praepare ist ein Angebot an junge Menschen, die in einer solchen Weise mit Christus leben und geistlich wachsen wollen. Deshalb stehen Angebote wie Seelsorge, Bibelstudium, Glaubensgespräche etc. gleichwertig neben der fachlichen Ausbildung.

Das Verhältnis Student – Ortspastor

Der Pastor trägt eine besondere Verantwortung für die persönliche, fachliche und geistliche Entwicklung des ihm anvertrauten Studenten. Mit einer hohen Priorität soll er ihn fördern und intensiv begleiten. Der Ortspastor wird – im Zusammenarbeit mit Gemeindeleitung und dem pädagogischen Mentor – dem Studenten auch mitteilen müssen, wenn ernste Zweifel an dessen Eignung für den Pastorenberuf bestehen. Zugleich ist der Student aber, durch die Teilnahme an externen Ausbildungsmaßnahmen in besonderer Weise in der Lage, Impulse für die Arbeit seiner Gemeinde zu geben. Der Ausbildungspastor ist somit auch in der Rolle des Empfangenden.

Das Verhältnis Student – Gemeinde

Der zukünftige Pastor ist eingebunden in das geistliche Leben seiner Ausbildungsgemeinde. Durch die kirchenrechtlich gegebenen Beschränkungen wird er aber, auch am Ende seiner Ausbildung, nur den Status eines ehrenamtlichen Mitarbeiters haben. Der Ortspastor wie der örtliche Kirchenvorstand werden gegenüber der Gemeinde sehr deutlich kommunizieren müssen, welche Ausnahmestellung der Theologiestudent hat und mit welcher Langzeitperspektive zur Erneuerung der Kirche diese Ausbildung geschieht. Um den Studenten in seiner Identität als zukünftiger Gemeindeleiter zu bestärken, wird die Gemeindeleitung ihm zunehmend besondere Leitungsaufgaben übertragen müssen.

Der Student und die Landeskirche

Bei dem Angebot von Praepare handelt es sich um eine Ergänzung zu den landeskirchlich vorgegebenen Teilen der Pastorenausbildung. Praepare handelt weder im Auftrag noch im Namen der Landeskirche. Praepare entspringt aber der Vision einer geistlich erneuerten Volkskirche, die missionarisch und modern unser Land prägt. Praepare kümmert sich deshalb bevorzugt um solche Personen, die eine Berufung zum Pastor in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland haben. Praepare macht es sich zu einem besonderen Anliegen, solchen Menschen einen positiven Erwartungshorizont für ihren Dienst in der Landeskirche zu vermitteln.

Da Praepare nicht im Auftrag einer Kirche handelt, kann er bezüglich einer späteren Anstellung als Pastor keinerlei Aussagen oder gar Zusagen machen. Solche Fragen wie auch z.B. die notwendige Eintragung in die Liste der Theologiestudierenden etc. müssen deshalb direkt zwischen dem Studenten und dem Kirchenamt geklärt werden. Auch wenn die Verantwortung hier bei dem einzelnen Studenten liegt, wird Praepare – insbesondere bei evtl. auftretenden Problemen – sich für die Studierenden gegenüber dem Kirchenamt einsetzen.